Am Samstag, dem 17.11.2018, absolvierte die kleinste Feuerwehr im Landkreis Ludwigsburg, die Freiwillige Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof, ihre diesjährige Hauptübung. Übungsobjekt war dieses Mal ein Anwesen Stuttgarter Straße in der Ortsmitte des kleinen Weilers an der B10. Übungsannahme war ein Gebäudebrand, bei dem mehrere Personen vermisst wurden.

Pünktlich um 15 Uhr begrüßte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof, Bernd Merk, die anwesenden Zuschauer. Außer zahlreichen Bewohnern der kleinen Ortschaft waren auch Kommunalpolitiker aus Schwieberdingen und Markgröningen sowie der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Klaus Haug, gekommen um die Übung zu beobachten.

Nachdem die Integrierte Leitstelle in Ludwigsburg die Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof mit dem Alarmstichwort „B3 (Brand der Stufe 3), Rauch aus Gebäude“ alarmiert hatte, rückte diese kurz darauf mit ihrem einzigen Fahrzeug, einem TSF-W mit Schlauchanhänger, aus.

Ein TSF-W, ausgesprochen Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser, ist das kleinste wasserführende Löschfahrzeug. Neben einer tragbaren, motorbetriebenen Pumpe, der Tragkraftspritze, führt das Fahrzeug der Feuerwehr Hardt- und Schönbühlhof unter anderem Schläuche, Strahlrohre und Atemschutzgeräte mit, außerdem besitzt es wie erwähnt einen Wassertank mit 1000 Liter Inhalt, die Mannschaftskabine bietet Platz für insgesamt sechs Feuerwehrleute.

Nach dem Eintreffen am angenommenen Einsatzort erkundete der Einsatzleiter umgehend die Lage und gab seiner Mannschaft, die inzwischen durch zu Fuß nachgerückte Mitglieder vollständig vor Ort war, die ersten Einsatzbefehle. Während einige Trupps, ein Trupp besteht immer aus zwei Feuerwehrmännern oder -frauen, sich daran machten eine Wasserversorgung aufzubauen, rüsteten sich andere mit den mitgeführten Atemschutzgeräten aus. Diese Atemschutzgeräte, auch Pressluftatmer (PA) genannt, schützen ihre Träger etwa 20-30 Minuten vor giftigen Gasen, Dämpfen und Brandrauch.

Fertig ausgerüstet drang dann der erste Angriffstrupp, unter Mitnahme eines Strahlrohres, durch das Scheunentor in das Gebäude ein, um die vermissten Personen zu suchen und die Brandbekämpfung zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die anderen Trupps Leitungen zu einem Hydranten verlegt sowie mit Hilfe des Schlauchanhängers mit dem Aufbau einer weiteren Schlauchleitung zum Feuerlöschteich begonnen um eine dauerhafte Wasserversorgung sicherzustellen. Der Wassertankinhalt des TSF-W beträgt zwar, wie schon erwähnt, 1000 Liter, diese Menge reicht aber, wenn die Pumpe mit voller Leistung läuft, nur etwa eine Minute.

Währenddessen traf auch der Rettungsdienst, gestellt durch den Ortsverband des DRK Schwieberdingen, in der Stuttgarter Straße ein. Die Besatzungen der beiden Einsatzfahrzeuge gingen mit ihrem medizinischen Equipment in Bereitstellung, um die vermissten Personen nach ihrer Rettung durch die Feuerwehr sofort versorgen zu können.

Kurz nach dem DRK Schwieberdingen erreichte das Löschgruppenfahrzeug LF 20 der Feuerwehr Markgröningen den Übungsort. Es war parallel alarmiert worden um die örtliche Feuerwehr zu unterstützen. Nach einer Lageeinweisung durch den Einsatzleiter übernahm die Besatzung des LF 20 die Brandbekämpfung und Menschenrettung auf der Gebäuderückseite. Zur Rettung einer Person von einem Balkon wurde eine tragbare Leiter, eine sogenannte Steckleiter, in Stellung gebracht und der Bewohner über diese durch zwei junge Feuerwehrfrauen in Sicherheit gebracht.

Sowohl dieser Betroffene, als auch ein weiterer Bewohner, der inzwischen aus dem vorderen Gebäudeteil gerettet worden war, wurden umgehend den Kräften des DRK Schwieberdingen zur weiteren medizinischen Versorgung übergeben.

Parallel zu diesen Einsatzmaßnahmen hatte der Einsatzleiter währenddessen durch weitere Trupps mehrere Strahlrohre als Riegelstellung vornehmen lassen. Eine Riegelstellung wird vorgenommen, um andere Gebäude(teile), die durch Flammen bedroht sind, durch einen „Wasservorhang“ zu schützen und zu kühlen. Ebenso standen weitere Atemschutzgeräteträger vor dem Gebäude als Sicherheitstrupp bereit, für den Fall, dass einer der im Gebäude eingesetzten Feuerwehrangehörigen selbst Hilfe benötigen würde.

Nachdem alle vermissten Personen sich in Sicherheit befanden und der „Brand“ erfolgreich bekämpft worden war gab der Einsatzleiter den Befehl „Einsatzende“.

Abschließend bedankten sich der Erste Beigeordnete der Gemeinde Schwieberdingen, Manfred Müller und Kommandant Bernd Merk bei den eingesetzten ehrenamtlichen Kräften für ihr Engagement und ihren Einsatz für das Allgemeinwohl.

 

Beitrag: Andreas Rometsch

Bilder: Andreas Rometsch und Feuerwehr Markgröningen