139 Einsätze – 105 Aktive Feuerwehranghörige – neuer stellvertretender Kommandant

Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Markgröningen fand aufgrund der Corona-Pandemie wiederum nicht als Präsenzveranstaltung statt. Der Jahresbericht sowie weitere Unterlagen wurden vorab auf einer passwortgeschützten Plattform zur Verfügung gestellt. Die anstehende Wahl des stv. Kommandanten sowie die Abstimmung über die Annahme der Jahresrechnung wurden als Briefwahl durchgeführt.

Die Freiwillige Feuerwehr hatte zum 31.12.2021 177 Mitglieder. Diese gliedern sich in 105 Aktive, 50 Mitglieder in der Altersfeuerwehr und 22 Jugendfeuerwehrmitglieder. Darunter sind 17 weibliche Feuerwehrangehörige. Die beiden Löschzüge in Markgröningen haben je 40 Mitglieder, der Löschzug in Unterriexingen 23. Hinzu kommen Kommandant und eine Fachberaterin ohne Gruppenzuordnung.
2021 konnten 6 Feuerwehranwärter:innen aufgenommen werden. Davon sind 4 aus der Jugendfeuerwehr. Des Weiteren konnten 2 ausgebildete Kamerad:innen neu aufgenommen werden. 11 Kamerad:innen haben die Wehr verlassen. 3 Kameraden traten in die Altersfeuerwehr über. 7 neue Mitglieder konnten in der Jugendfeuerwehr aufgenommen werden. 4 Mitglieder verließen die Jugendfeuerwehr.

2021 wurden 139 Einsätze abgearbeitet. Diese gliedern sich in 49 Brände (davon 33 als Überlandhilfe in die Nachbarkommunen), 65 Technische Hilfeleistungen und 25 Fehlalarmierungen auf. Erwähnenswert sind u.a der Scheunenbrand am 10.01.2021 auf dem Pulverdinger Hof; der Brandeinsatz am 25.02.2021 auf der Schnellbahntrasse, bei dem eine überhitzte Bremsscheibe an einem IC zu einer Rauchentwicklung geführt hatte; der Brand eines Mehrfamilienhauses in Enzweihingen am 13.04.2021; der Brandeinsatz am 04.07.2021 in der Zeppelinstraße, bei dem in einem Gewerbebetrieb unter einem Hallenvordach ein Abfallcontainer in Brand geraten war; der Gefahrguteinsatz am 22.07.2021 im Lohrmannsgäßle, bei dem durch eine Gasausströmung mehrere Gebäude evakuiert werden mussten; der 11.11.2021, an dem es zu einem landesweiten Ausfall der Notrufnummern 110 und 112 kam und in dessen Nachgang eine Schnelleinsatzgruppe für solche Fälle im Landkreis installiert wurde.

Im Amtsblatt sowie auf der Homepage und Facebook wurde Mitgliederwerbung betrieben. Die besten Erfahrungen wurden jedoch durch Mundpropaganda gemacht. Mitglieder werben Mitglieder – Freunde und Familienangehörige finden leichter den Weg zur Feuerwehr als Außenstehende. Die Mitgliederwerbung soll 2022 nochmals verstärkt werden –insbesondere im Ortsteil Unterriexingen ist es sehr wichtig weitere Einsatzkräfte zu bekommen.

Der Nachwuchsgarant ist seit Jahren die Jugendfeuerwehr. Mädchen und Jungen für die Feuerwehr begeistern und erfolgreich in die Einsatzabteilung integrieren, das gelingt seit Jahren gut und sorgt für einen stabile Mitgliederanzahl in der Einsatzabteilung. Leider hat die Anzahl der Einsatzkräfte aus den Reihen der Stadtverwaltung oder den städtischen Betrieben nicht zu genommen. Gerade diese Kamerad:innen könnten eine ausreichende Personaldecke am Tag bilden, wenn viele Einsatzkräfte außerhalb von Markgröningen ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Wenn man der Corona-Pandemie etwas Positives abgewinnen möchte, dann ist es der Aspekt der verbesserten Tagesverfügbarkeit. Viele Feuerwehrangehörige arbeiten nun einige Tage in der Woche von Zuhause und sind somit schnell greifbar. Dies wird auch bei vielen so bleiben. Jedoch brachten diese Umstände keine gravierenden Verbesserungen der Tagesverfügbarkeit besonders im Ortsteil Unterriexingen. Es fehlt hier an attraktiven Arbeitsplätzen, die Feuerwehrangehörige am Ort halten und eine schnelle Verfügbarkeit sicherstellen.

2021 wechselte die Führung der Wehr. Der langjährige Kommandant Hans-Hermann Kefer musste sein Amt altershalber abgeben und wechselte in die Altersabteilung der Wehr. Für seine Verdienste wurde ihm in einer coronabedingt kleinen Feierstunde die Ehrenmedaille der Stadt Markgröningen verliehen. Bei der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands im Oktober 2021 wurde er zudem mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.

Die in 2021 vorbereitete Umstellung von Analog- auf Digitalfunk ist vor kurzem erfolgt. Als wichtige größere Beschaffung steht der altersbedingte Austausch des Gerätewagens Transport/Schlauchwagens an. Durch einen externen Fachberater wird ein neuer Feuerwehrbedarfsplan erstellt werden, der u.a. Hinweise zum Fahrzeugkonzept geben wird.
Auch die Feuerwehrhäuser müssen renoviert werden – u.a. sind Brandmeldeanlagen für die Gerätehäuser und eine Frauenumkleide in Unterriexingen ausstehend. Die Digitalisierung in der Verwaltung der Feuerwehr wird vorangetrieben, z.B. durch digitale Einsatz- und Übungserfassung. Eine Cloud-Lösung durch die auch von zu Hause aus an Feuerwehrthemen gearbeitet werden kann, wurde bereits umgesetzt.

Im Herbst wurde Fa. Decker als “Ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber im Bevölkerungsschutz” von Staatssekretär Wilfried Klenk ausgezeichnet. Auch zukünftig sollen die Arbeitgeber der Einsatzkräfte für ihr Engagement um den Schutz der Bevölkerung ausgezeichnet und somit für die Freistellung der Einsatzkräfte danke gesagt werden.

Ausbildungsleiter Tobias Günzler berichtet zum Ausbildungs- und Übungsbetrieb 2021:
Ein Großteil der Übungen fand virtuell statt. Auch viele Lehrgänge und Veranstaltungen konnten nur virtuell durchgeführt werden. Der persönliche Austausch war dadurch eingeschränkt. Durch die Trennung der Löschzüge und Gruppen war viel Flexibilität und großer Einsatz durch die Übungsleiter notwendig. Alle relevanten Inhalte konnten jedoch vermittelt werden. Hierzu wird allen Kamerad:innen ausdrücklich gedankt. 2021 wurden insgesamt 310 Übungen und 203 Lehrgänge/Fortbildung/Einweisungen durchgeführt. Beispielsweise wurden eine Grundausbildung in Markgröningen/Asperg, ein Drehleiter-Basiskurs über die renommierten Ausbilder von drehleiter.info, die Ausbildung der Türöffnungsgruppe und ein Motorsägenlehrgang durchgeführt sowie am Leistungsabzeichen teilgenommen. Durch Online- und Hybridlehrgänge an der Landesfeuerwehrschule konnte der Rückstau an offenen Ausbildungen abgebaut werden. Doch so praktisch ein von zu Hause aus durchgeführter Lehrgang ist, so fehlt ihm doch ein wichtiger Teil – nämlich der persönliche Austausch der Teilnehmer.

Veranstaltungen wie Tag der offenen Tür konnten pandemiebedingt nicht durchgeführt werden. In Kleingruppen war jedoch das Sommerfest möglich, ebenso die Teilnahme am Stadtradeln und die Erarbeitung eines Feuerwehrspezifischen Stadtrundgangs.

Bürgermeister Kürner dankte in seiner letzten Feuerwehr-Hauptversammlung den Feuerwehrmitgliedern für ihren Einsatz – insbesondere unter den gerade herrschenden schwierigen Bedingungen. Ein wenig wehmütig blickte er auf die letzten 32 Jahre zurück. In dieser Zeit wurde der Fuhrpark der Feuerwehr einmal komplett ausgetauscht. Seinen Nachfolger Jens Hübner bat er die Feuerwehr auch in Zukunft nach Kräften zu unterstützen.

Kreisbrandmeister Dorroch sprach in seinem Grußwort u.a. die Themen Corona, Katastrophenschutz und Kameradschaft an. Der Vertreter des Bezirks 3 Bernd Merk legte ebenfalls Wert auf die Themen Corona und Kameradschaft und dankte zudem für die gute Zuarbeit für die jährlich erscheinende Kreisfeuerwehrzeitung.

Über den Kassenbericht wurde per Briefwahl abgestimmt. Die Jahresrechnung wurde bei 83 abgegebenen Stimmzetteln mit 75 Stimmen angenommen.

Die Jugendfeuerwehr konnte unter Auflagen ab Mai Übungen in Präsenz durchführen. Das tat der Kameradschaft gut und hat viel Spaß gemacht. Maurits Mödinger verstärkt in Zukunft das Team der Jugendwarte. Daniel Hoppe dankt Allen, die für die Jugendfeuerwehr gespendet haben – insbesondere Dieter Kahle, der mit seiner großzügigen Spende die Renovierung des Jugendraums ermöglichte.

Auch die Unternehmungen der Altersfeuerwehr waren durch die Pandemie stark eingeschränkt. Trotzdem konnte über den Sommer der Stammtisch im Feuerwehrhof abgehalten, am Stadtradeln teilgenommen sowie eine Wanderung und ein Besenbesuch durchgeführt werden. Für 2022 sind einige Veranstaltungen, darunter auch einige des Kreisfeuerwehrverbands geplant, die hoffentlich stattfinden können.

Auf der Tagesordnung stand auch die Wahl des stellvertretenden Kommandanten. Der bisherige Amtsinhaber Klaus Decker stellte sich nicht wieder zu Wahl. Ihm wurde von Kommandant, Bürgermeister, Kreisbrandmeister und den Vertretern des Kreisfeuerwehrverbands für sein langjähriges Engagement gedankt.
Die Auszählung fand im Vorfeld unter Teilhabe der Stadtverwaltung statt. 87 Stimmzettel wurden abgegeben, davon waren 4 ungültig. Neuer stellvertretender Kommandant wurde Jörg Kefer mit 50 Stimmen. Die Wahl muss vom Gemeinderat noch bestätigt werden, anschließend wird der neue stv. Kommandant vom Bürgermeister in sein Amt bestellt.

Die Wahlen der Altersfeuerwehr sowie Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen werden in einem 2. Teil der Hauptversammlung im Sommer in Präsenz durchgeführt werden.